Veranstaltungskalender 2009 Veranstaltungskalender 2010
Veranstaltungen - Übersicht
- Montag, 5.1.2009, 19:30 Uhr; Goldschmiedehaus
Orchideen in Hessen - Donnerstag, 29.1.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal im Schloß Philippsruhe
Die Regenwälder Mittelamerikas - Montag, 2.2.2009, 19:30 Uhr, Goldschmiedehaus
Leben an Gewässern - Donnerstag, 19.2.2009, 19:30 Uhr, Remisensaal des Schlosses Philippsruhe
Pantanal – Naturparadies im Herzen Südamerikas - Montag, 2.3.2009, 19:30 Uhr, Goldschmiedehaus
Namibia – Wunder der Natur - Donnerstag, 12.3.2009, 19:30 Uhr, Stadtbibliothek
Generalversammlung - Donnerstag, 26.3.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal des Schlosses Philippsruhe
Der atlantische Regenwald Brasiliens: wie viel wird von ihm bleiben? - Sonntag, 26.4.2009
Wanderung im Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblauchsaue - Sonntag, 24.5.2009
Weinbergwanderung im Rheingau - Dienstag, 16.6. bis Samstag, 20.6. 2009
Große Exkursion in die Niederlausitz - Montag, 22.6.2009, 11:00 Uhr, Congress Park Hanau
China im Wandel Umwelt und Gesellschaft im 20. und 21. Jahrhundert. - Montag, 22.6.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal des Schlosses Philippsruhe
China, 6000 Jahre Kultur- und Umweltgeschichte ein Vortrag von Herrn Professor Hans-Rudolf Bork - Samstag, 29.8.2009, 15 Uhr, Palmengarten
Giftpflanzen aus der Kriminalgeschichte - Sonntag, 6. 9. 2009
Geologische Exkursion in der Umgebung des Klosters Engelthal - Montag, 5. 10. 2009, 19:30 Uhr, Goldschmiedehaus
Philipp Franz von Siebold - Donnerstag, 15. 10. 2009, 19:30 Uhr, Roter Saal von Schloß Philippsruhe
Gesundheit aus der Natur? - Montag, 2.11.2009, 19:30 Uhr, Goldschmiedehaus
Die bildliche Darstellung des Standes der Technik im ausgehenden Mittelalter am Beispiel von Agricola und Löhneiß - Donnerstag, 19.11.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal des Schlosses Philippsruhe
Sternenstaub im Labor ein Vortrag von Herrn Dr. Peter Hoppe - Montag, 7.12.2009, 19:30 Uhr, Goldschmiedehaus
Lauerjäger und Fadenweberinnen Diavortrag von Herrn Joachim Steudel - Donnerstag, 17.12.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal des Schlosses Philippsruhe
Haie, Saurier und Co - Ein Süßwassersee bei Dreieich vor 290 Millionen Jahren
Bei einigen
Veranstaltungen müssen wir die Teilnehmerzahl begrenzen. In diesen Fällen ist eine
Voranmeldung und eventuell eine Vorauszahlung erforderlich, worauf wir gesondert hinweisen.
Falls Sie Fragen zu unserem Programm haben, erreichen Sie uns mittwochs von 15 bis 17 Uhr
unter der
Die
Naturkundliche Arbeitsgemeinschaft trifft sich jeweils am dritten Dienstag im Monat in
unserer Bibliothek in Hanau, Schloßplatz 2, Beginn 19 Uhr. Wir besprechen neue Entwicklungen
in den Naturwissenschaften.
Die Teilnahme an unserer naturkundlichen Arbeitsgemeinschaft und an den Vorträgen ist
kostenlos. Gäste sind stets willkommen.
Wir weisen darauf hin, dass die Teilnahme an
unseren Veranstaltungen auf eigene Gefahr geschieht.
Montag, 5.1.2009, 19:30 Uhr; GoldschmiedehausOrchideen in Hessen
Orchideen kennen wir alle; in Töpfen stehen sie auf Fensterbänken und
in Blumengeschäften. Besondere Züchtungen kann man in den
Schauhäusern botanischer Gärten bestaunen. Mit ihrer Farben- und
Formenvielfalt erfreuen sie uns und prägen gleichzeitig das Bild der
„typischen Orchidee“. Wer aber weiß, dass es in Hessen 38 Arten
wildwachsender Orchideen gibt, deren Habitus sich jedoch häufig
deutlich von dem tropischer Orchideen unterscheidet. Etliche von ihnen
blühen nicht weit von uns entfernt in der Wetterau, am Rande des
Kinzigtals, ja selbst in unmittelbarer Nähe von Hanau. Herr Karl-
Hermann Heinz zeigt in einem Diavortrag die in Hessen
vorkommenden Orchideen und erläutert, welche Voraussetzungen
erfüllt sein müssen, damit sich diese streng geschützten Pflanzen
überhaupt entwickeln können, und welcher „Tricks“ sich manche von
ihnen für ihre Fortpflanzung bedienen.
Donnerstag, 29.1.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal im Schloß PhilippsruheDie Regenwälder Mittelamerikas
Mit atemberaubendem Tempo werden die Mangroven und
Tieflandregenwälder ebenso wie die Bergnebelwälder des
mittelamerikanischen Landrückens abgeholzt. Sie gehören zu den
artenreichsten Gebieten der Erde. Mit diesen Biotopen
verschwinden viele Pflanzen und Tiere, bei denen man ein hohes
Potential an medizinisch wirksamen Substanzen vermutet. In diesen
Gebieten findet man auch die letzten Refugien der
mittelamerikanischen Totenkopfaffen. „Samiri Wildlife“ versucht,
in Kooperation mit Institutionen und unter Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung den Regenwald zu
regenerieren. Herr Dr. Tapio Linderhaus bereist seit 6 Jahren regelmäßig Panama. In dieser Zeit sind
die Bilder entstanden, die er bei diesem Vortrag zeigt. Ein Schwerpunkt seiner Arbeiten liegt auf dem
Schutz und Erhalt der Totenkopfaffen.
Montag, 2.2.2009, 19:30 Uhr, GoldschmiedehausLeben an Gewässern
Wasser ist die Quelle des Lebens, alle Lebewesen
sind auf Wasser angewiesen. Deshalb wundert es
nicht, dass so viele Tier- und Pflanzenarten an
Gewässern vorkommen. In diesem Vortrag zeigt uns
Herr Manfred Sattler verschiedene Feuchtbiotope
und ihre Lebewesen. Wie schlüpft eine Libelle, wo
legen Molche ihre Eier ab und wie balzen
Gelbbauchunken? Ringelnatter und Würfelnatter
begegnen uns ebenso wie die Europäische
Sumpfschildkröte, Nutria und Fischotter. In den für
diese Biotope typischen Pflanzenarten lebt die
Wasserralle, verschiedene Reiher, Enten, Watvögel,
Rohrsänger und die Bartmeise. Auch der „fliegende
Edelstein“, der Eisvogel, wird dargestellt.
Donnerstag, 19.2.2009, 19:30 Uhr, Remisensaal des Schlosses PhilippsruhePantanal – Naturparadies im Herzen Südamerikas
Das Pantanal im Herzen Südamerikas liegt zu seinem
größten Teil in Brasilien, zu kleineren Teilen in Bolivien
und Paraguay. Die Landschaft wird geprägt durch eine
Regenzeit und eine Trockenzeit, die jeweils etwa 6
Monate dauern. Beide „Jahreszeiten“ haben für Biologen
ihren speziellen Reiz. In der Regenzeit wird das Gebiet
von der Größe der alten Bundesrepublik zur größten
„Badewanne der Erde“, in der Trockenzeit ein Paradies
für Tierfotografen. Herr Ulrich Eidam hat einen Teil des
Pantanals zweimal zur Regenzeit und zweimal zur
Trockenzeit bereist. Er vermittelt mit seinen Bildern
einen Eindruck von der Reichhaltigkeit der Natur,
besonders der Tierwelt. Er will bewusst machen, welche
Naturschätze durch die Gefährdung dieses Gebietes in
wenigen Jahren verloren gehen können.
Montag, 2.3.2009, 19:30 Uhr, GoldschmiedehausNamibia – Wunder der Natur
Herr Jürgen Eibich berichtet in seinem Vortrag von einer Reise
durch Namibia. Von Windhoek, der in 1650 Meter Höhe liegenden
Hauptstadt Namibias ausgehend, geht die Reise durch die Wüste
Namib zur Atlantikküste nach Swakopmund und zum Cape Cross,
wo sich in einem Naturreservat im Oktober und November bis zu
250000 Südafrikanische Seebären versammeln, um ihre Jungen zu
gebären. Weiter geht es nordwärts durch das Dimaraland zu den
Epupafällen und zu dem Volksstamm der Himbas, der hier nahe der
Grenze zu Angola lebt. Die Etosha-Pfanne ist der wildreichste
Naturpark Namibias. Es handelt sich um den Boden eines
ehemaligen Sees, der seit etwa 30 Jahren eingezäunt ist. Hier findet
man nicht nur fast alle in Südafrika vorkommenden Großtierarten;
auch die außerordentlich reichhaltige Vogelwelt und die Flora mit
ihren Flaschenbäumen ist interessant. Die Reise endet mit dem
Besuch einer Station, auf der sich eine Familie ganz dem Schutz der
Leoparden und Geparden widmet.
Donnerstag, 12.3.2009, 19:30 Uhr, StadtbibliothekGeneralversammlung
Zur Generalversammlung werden die Mitglieder der Wetterauischen Gesellschaft mit gesonderter Post
schriftlich eingeladen. Anschließend wird eine Bilddokumentation des Jubiläumsjahres vorgeführt.
Donnerstag, 26.3.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal des Schlosses PhilippsruheDer atlantische Regenwald Brasiliens:
wie viel wird von ihm bleiben?
Entlang der brasilianischen Ostküste zieht sich
über fast 3000 km der brasilianische Regenwald,
die Mata Atlantica, hin. Mit einer geringen
Breite, oft weniger als 100 km, beherbergt
er vermutlich mehr Arten als der ungleich
größere amazonische Regenwald. Aufgrund
der hohen Anzahl von Arten und des
hohen Endemitenanteils, also von Arten, die
nur hier vorkommen, zählt die Mata Atlantica
zu den weltweit ausgewiesenen 75 Regionen
(„hotspots“) mit überragend hoher
Biodiversität. Zugleich ist die Küstenregion
Brasiliens Wohnstätte von fast 70% der Bevölkerung und die Region, in der der Löwenanteil des
Bruttoinlandproduktes Brasiliens erwirtschaftet wird. Der Wald mußte seit der portugiesischen
Kolonisierung deshalb schrittweise weichen; bis in die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts verlor
er über 90% seiner ursprünglichen Flächenausdehnung. Heutzutage findet man nur noch
Waldfragmente in eine Kulturlandschaft eingestreut, auf der seit einigen Jahren immer mehr
gewinnbringendes Zuckerrohr für die Herstellung von Bio-Ethanol angebaut wird.
Der Vortrag von Herrn Dr. Michael Schessl soll einen Einblick in die Vielgestaltigkeit des
Regenwaldes geben, einige Pflanzenarten vorstellen und an ausgewählten Beispielen die Problematik
der Waldfragmentierung beleuchten. Risiken und Chancen für den Erhalt der Restflächen sollen
anhand eines aktuellen Forschungsprojektes auf einer prosperierenden Zuckerrohrplantage vorgestellt
werden.
Sonntag, 26.4.2009Wanderung im Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblauchsaue
Das Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue
ist mit 2.370 Hektar das größte
Naturschutzgebiet Hessens. Es unterteilt sich
in die durch den Altrhein geteilten Bereiche
Kühkopf und Knoblochsaue und wurde von
der UNESCO mit dem Prädikat
"Europareservat" ausgezeichnet. Der Kühkopf
liegt in einer Schleife des 16 Kilometer langen
Altrheins, der durch den Rheindurchstich
1828/29 geschaffen wurde. Das Areal dient
dem Rhein als natürliches Auffangbecken,
wenn dessen Pegel im Frühjahr ansteigt, und
darf nur zu Fuß betreten oder mit dem Fahrrad
befahren werden. Kraftfahrzeuge sind hier
nicht erlaubt. Wir treffen uns am Sonntag, dem
26. April 2009 um 8 Uhr auf dem Parkplatz am Kühkopf bei Stockstadt. Von hier aus gehen wir über
die Brücke und folgen einem Rundweg, der uns einen Eindruck verschafft von der Landschaft mit den
Kopfweiden und den Auenwäldern. Stefan Wehr und Ilse Hoffmann erklären den Teilnehmern auf
der vierstündigen Wanderung Vögel und Pflanzen.
Anfahrt: über die B44 nach Stockstadt und der Beschilderung bis zum Parkplatz folgen (Rheinstraße).
Sonntag, 24.5.2009Weinbergwanderung im Rheingau
Herr Heinz Kalheber führt von Lorch aus zur Ruine Nollig. Dort
befindet sich das Gebiet mit der interessantesten Rosenflora des
Rheingaus. Durch die Weinberge mit reicher Weinbergflora mit
vielen Potentilla-Arten geht es nach Lorchhausen und in die
Weinbergbrachen am Engweger Kopf, einem Naturschutzgebiet
mit viel Diptam, Pechnelken und anderen Weinbergspezialisten.
Wir treffen uns um 8:00 Uhr an der Bibliothek und fahren in
Fahrgemeinschaften.
Dienstag, 16.6. bis Samstag, 20.6. 2009Große Exkursion in die Niederlausitz
Die Niederlausitz ist ein Teil des Norddeutschen Tieflandes,
ursprünglich angelegt im Mittelpleistozän vor etwa 150000
Jahren und in den nachfolgenden Zeiten des Jungpleistozäns
und des Holozäns im Wesentlichen periglazial geformt. Die
heutige Oberfläche des Gebietes erhielt ihr Gesicht dadurch,
dass man in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts begann,
in großen Tagebauen Braunkohle abzubauen. Wegen des hohen
Schwefelanteils in der Braunkohle wurden inzwischen einige
Tagebaue wieder geschlossen. Die NABU-Stiftung Nationales
Naturerbe hat aufgelassene Flächen erwerben können, die heute
renaturiert werden. Die Exkursion führt in dieses Gebiet, wo
kundige Mitglieder des NABU die Führung übernehmen.
Nähere Angaben erhalten Sie von unserer Geschäftsstelle.
Wenn Sie uns Ihre E-Mailadresse nennen, können wir Ihnen
das Informationsmaterial direkt zusenden. Zu dieser Exkursion ist frühzeitige Anmeldung unbedingt
erforderlich.
Montag, 22.6.2009, 11:00 Uhr, Congress Park HanauChina im Wandel Umwelt und Gesellschaft im 20. und 21. Jahrhundert.
Diese gemeinsam von der Wetterauischen
Gesellschaft und der Karl-Rehbein-Schule
durchgeführte Veranstaltung richtet sich
vornehmlich an Schülerinnen und Schüler der
Oberstufen der Hanauer Gymnasien, aber auch
an alle anderen Interessenten. Anmeldungen
von Gruppen (Klassen) bitte bis zum 1.6.2009
an das Sekretariat der Karl-Rehbein-Schule
richten. Der Referent ist
Herr Professor Dr.
Hans-Rudolf Bork.
China bestimmt wie kaum ein anderes Land
unbemerkt heute unser Leben. Nicht nur viele
Produkte, die wir täglich nutzen (Kleidung,
Elektronikprodukte) stammen aus dem Reich der Mitte. Manche Elemente und Techniken des
Daoismus haben in Deutschland Einzug gehalten. So sind heute viele Menschen mit Tai Chi oder Fend
Shui vertraut. Andere nutzen daoistische Entspannungstechniken. Der Vortragende erläutert die
Grundstrukturen des Natur- und Kulturraums China und der chinesischen Gesellschaft. Schwerpunkte
bilden:
- die Folgen der Ein-Kind-Politik, insbesondere das resultierende ungleiche Geschlechterverhältnis
und seine Ursachen
- die Bedeutung der Landnutzung
- die Ursachen und Wirkungen der Disparitäten zwischen den Megastädten und den ländlichen
Räumen
- die dramatischen Folgen politischer Entscheidungen seit 1949 auf Gesellschaft und Umwelt
sowie
- die Bedeutung Chinas für die globale Wirtschafts- und Umweltentwicklung.
Montag, 22.6.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal des Schlosses PhilippsruheChina, 6000 Jahre Kultur- und Umweltgeschichte
ein Vortrag von Herrn Professor Hans-Rudolf Bork
Vor weit mehr als 6000 Jahren dehnten sich die ersten
Gartenbaukulturen Ostasiens von den Tiefländern des
Huang He und des Chang Jiang flussaufwärts aus. Auch
stark erosionsgefährdete Bereiche des semiariden Lößplateaus
wurden in Kultur genommen. Die fruchtbaren
Böden wurden abgetragen, das Lößplateau tief
zerschluchtet. Dann gelang den Bauern die Etablierung
nachhaltiger Gartenbausysteme, die über 4500 Jahre
erfolgreich praktiziert wurden. Mehr als zwei
Jahrtausende, vom Beginn bis zum Ende der chinesischen
Kaiserzeit prägten Konfuzianismus, Daoismus und
Beständigkeit die chinesische Agrargesellschaft. Das
Eindringen europäischer Mächte, der japanische Überfall,
der innerchinesische Kampf der nationalistischen
Guomindang gegen die Kommunisten wandelten in der
ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zwar
wiederholt das Herrschaftssystem und fügten den
Menschen unvorstellbares Leid zu. Jedoch vermochten
diese Einflüsse die traditionelle Lebensweise der Mehrheit
der chinesischen Bevölkerung nicht zu zerstören. Selbst die Ausrufung der Volksrepublik durch Mao
Zedong im Jahre 1949 brachte nicht die erwartbaren Veränderungen. Erst die Kampagnen der KP
Chinas in den 1950er Jahren vernichteten die traditionellen Gesellschafts-, Wirtschafts- und
Landnutzungssysteme. Das traditionelle Leben „im Einklang mit der Natur“ war beendet. Auf
mehreren Hunderttausend Quadratkilometern wurden im Verlauf weniger Monate die Wälder
vernichtet. Abflussbildung und Hochwasser, Gewässerverschmutzung und Bodenerosion bestimmen
seitdem die Entwicklung. Der Vortrag stellt die Jahrtausende währende Kontinuität und den jüngsten
gravierenden Wandel der Kultur und der Umwelt Chinas an zahlreichen eindrucksvollen Beispielen
vor.
Samstag, 29.8.2009, 15 Uhr, PalmengartenGiftpflanzen aus der Kriminalgeschichte
Schon aus dem frühen Altertum ist die Verwendung
von Giftpflanzen zur Beseitigung mißliebiger
Mitmenschen bekannt. Pflanzengifte waren am
pontischen, pergamenischen und auch am
alexandrinischen Hof offenbar Hilfsmittel
„erfolgreicher“ Politik, die ganze Dynastien samt
Freunden und Beratern dahinraffte. Attalus III.
Philometor, letzter König von Pergamon, unterhielt
einen eigenen Giftgarten, dessen Produkte er im
Gemisch mit ungiftigen Früchten Besuchern auftischen
ließ. Galenus berichtet in seinem „de antidotes“, dass
Mithridates Eupator, der König von Pontos, die
Toxizität von Pflanzen experimentell an Verbrechern testen ließ. Gifte wurden auch zur Vollstreckung
der Todesstrafe benutzt, wie das bekannte Beispiel des Sokrates belegt. Frau Dr. Hilke Steinecke
führt im Palmengarten zu Bäumen und Kräutern, deren tödliche Wirkung zu Morden genutzt wurden
und die in die Kriminalgeschichte eingingen. Wir treffen uns um 14:40 Uhr am Eingang des
Palmengartens, Siesmayerstraße.
Sonntag, 6. 9. 2009Geologische Exkursion in der Umgebung des Klosters Engelthal
Diese von Herrn Professor Dr. Peter Prinz-Grimm
geleitete Exkursion führt uns in das Grenzland
zwischen Wetterau und Ronneburger Hügelland. Die
bunte Mischung verschiedener Gesteinsarten bedingt
das lebhafte Relief dieser reizvollen Landschaft und
deren Nutzung in Wäldern, Weiden und Wiesen. In der
Gesteinsabfolge treffen wir auf rote Sandsteine und
Konglomerate des Rotliegenden, auf lockere
graue Feinsande miozänen Alters, die anderen Orts
extrem stabil durch Kieselsäure zementiert sind (Dicke
Steine). Auf dem Hausberg des Klosters, dem
Steinberg, können wir schließlich erkennen, dass die
Sande und Sandsteine durch gewaltige basische Deckenergüsse als Ausläufer des Vogelsberg- vulkans
überflossen wurden. Alle diese Gesteinsarten wurden als Baumaterial z.B. für das Kloster verwendet,
wobei der Basalt aufgrund seiner leichten Gewinnbarkeit und seiner technischen Eigenschaften
bevorzugt wurde. Im Anschluß an den geologischen Teil ist eine Besichtigung des Klostergartens
vorgesehen. Das Mittagessen nehmen wir in einem Dorfgasthof ein. Anschließend besuchen wir das
Benediktinerinnenkloster, wo wir auf Wunsch eine Führung haben und um 17Uhr an der Vesper
teilnehmen können. Die Buch- und Kunsthandlung ist von 15:00 -16:40 Uhr geöffnet. Wir treffen uns
um 8:00 Uhr an der Bibliothek der Gesellschaft und fahren in Fahrgemeinschaften.
Montag, 5. 10. 2009, 19:30 Uhr, GoldschmiedehausPhilipp Franz von Siebold
Herr Constantin von Brandenstein-Zeppelin
berichtet in seinem Vortrag von einem deutschen
Arzt und Naturforscher, Mitglied der Wetterauischen
Gesellschaft seit 1822, der Anfang des 19.
Jahrhunderts als Arzt in holländischen Diensten in
das noch völlig abgeschottete Japan kam und dort
westliche Wissenschaften vermittelte. Er verfasste
ein bis heute wegweisendes Werk über das „Alte
Japan“ und legte umfangreiche Sammlungen aus
Flora und Fauna Japans an. Er gilt als Wegbereiter
der Öffnung und Modernisierung Japans. In
Nagasaki wurde ihm 13 Jahre nach seinem Tod ein
Gedenkstein errichtet.
„Unter den Gelehrten Europas gilt Siebold als wissenschaftlicher Entdecker Japans, und dieser Ruf ist
wohlbegründet. Sein Name ist unsterblich durch seine große Tat, dass er das Edelste unseres Landes
und Volkes erkannte und die Kunde davon den Nationen vermittelt hat“
Donnerstag, 15. 10. 2009, 19:30 Uhr, Roter Saal von Schloß PhilippsruheGesundheit aus der Natur?
In einer zunehmend technisierten Lebenswelt mit fremden
Zusatzstoffen in alltäglichen Lebensmitteln finden pflanzliche
Arzneimittel als natürliche Heilmittel in der Bevölkerung großen
Anklang. Dabei wird gerne übersehen, dass auch bei den Heilkräften
der Natur Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen sind.
Der Vortrag, gehalten von der Apothekerin Frau Dr. Irmgard van
Rensen, stellt einheimische und eingebürgerte Gewürz- und
Arzneipflanzen vor, macht die Zuhörer mit einigen Inhaltsstoffen wie
ätherischen Ölen und Bitterstoffen bekannt und zeigt auf, wie man
ihre Wirkungsweise erklärt. So wird deutlich, dass die Übergänge
zwischen Gewürz- und Heilwirkung fließend sind und manche
Pflanzen in beiden Kategorien wieder gefunden werden.
Lavendelbüten, Ringelblumen oder Birkenblätter können selbst
gesammelt und getrocknet werden. Bei anderen, z.B. Efeublättern sind industriell hergestellte Extrakte
sinnvoll, weil potentiell allergene Inhaltsstoffe im Herstellungsprozeß entfernt werden. Zuletzt sollen
einige altbekannte Heilpflanzen aufgrund neuerer Erkenntnisse gemieden werden, da sie wie die
Osterluzei krebserzeugende Inhaltsstoffe enthalten.
Montag, 2.11.2009, 19:30 Uhr, GoldschmiedehausDie bildliche Darstellung des Standes der Technik im ausgehenden Mittelalter am Beispiel von Agricola und Löhneiß
Wegen Erkrankung des Referenten Dr. K. Grendel findet ein Ersatzvortrag
statt. Am 2.11.2009 wird sich Dr. W. Heinemann um 19.30 Uhr im Deutschen
Goldschmiedehaus folgendem Thema widmen:
Das Buch von Georgius Agricola: De re metallica von 1556 ist weltberühmt - nicht zuletzt wegen seiner Holzschnitte, die in einer bis dahin nie erreichten Detailgenauigkeit die Technik des ausgehenden Mittelalters darstellen. Ein knappes halbes Jahrhundert später folgt eine Beschreibung der Technik durch G.E. Löhneiß mit Kupferstichen. Diese bildliche Darstellung besticht vor allem durch die künstlerisch gestalteten Kupferstiche.
Donnerstag, 19.11.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal des Schlosses PhilippsruheSternenstaub im Labor
ein Vortrag von Herrn Dr. Peter Hoppe
Meteorite enthalten kleine Mengen von Hochtemperaturmineralien,
deren Isotopenzusammensetzung sehr stark
von denjenigen unseres Sonnensystems abweichen. Diese
Minerale sind älter als unser Sonnensystem(„präsolarer Staub“)
und sind in den Winden entwickelter Sterne (Rote Riesensterne)
und im Auswurf von Supernova-Explosionen kondensiert. Der
Sternenstaub kann aus den Meteoriten chemisch und physikalisch
separiert werden und mittels spezifischer Analysenmethoden
detailliert auf seine Isotopenzusammensetzung, Mineralogie und
Struktur hin studiert werden. Die Möglichkeit, ein Stück Stern
direkt im Labor zu untersuchen, hat der astronomischen Forschung neue Möglichkeiten eröffnet. So
konnten die Laboranalysen an Sternenstaub wichtige Informationen zur stellaren Nukleosynthese
(Entstehung der chemischen Elemente) und Evolution, zu Staubbildung in Sternatmosphären, zur
chemischen Evolution unserer Milchstraße, zu chemischen Prozessen im interstellaren Raum sowie zur
Zusammensetzung der Materie, aus der unser Sonnensystem vor 4,6 Milliarden Jahren entstanden ist,
liefern. Sternenstaubminerale sind beispielsweise Siliciumcarbid, Graphit, Spinell und Korund. Ein
wichtiges Werkzeug für die Untersuchung an Sternenstaub stellt die Sekundärionenmassenspektrometrie
(SIMS) dar.
Montag, 7.12.2009, 19:30 Uhr, GoldschmiedehausLauerjäger und Fadenweberinnen
Diavortrag von Herrn Joachim Steudel
Die allgemeine Abneigung gegenüber Spinnen ist uns
Menschen leider scheinbar immer noch „angeboren“.
Selbst spektakuläre Darbietungen von
Vogelspinnenexperten in den Medien und hervorragende
Literatur, die mit dem Unsinn der Gefährlichkeit von
Spinnen aufräumen will, ändern nur wenig am Ansehen
dieser Tiere. Vielleicht kann mit Hilfe der Forschung
und Anwendung in der Medizin künftig das Bild der
Seidenspender etwas positiver dargestellt werden. Fest
steht zumindest, dass man im Mittelalter Spinnenfäden
als Heilmittel für Wunden verwendete. Heute bestätigen
Laborversuche, dass sich sogar geschädigte Nerven, die
mit Spinnenfäden überbrückt werden, von selbst
regenerieren können. Biotechniker stellen Spinnseide
inzwischen synthetisch her, bauen den Spinnkanal nach. In Europa leben etwa 850 Arten; davon
gehören etwa die Hälfte zu den sogenannten Zwergspinnen, die meistens nur Stecknadelkopf groß
sind. Etwas unwissenschaftlich kann man Spinnen in die Radnetz bauenden und die frei umher
laufenden Arten, also Fadenweberinnen und Lauerjäger einteilen. Der Vortrag soll mit Nah- und
Makroaufnahmen einen Beitrag zum näheren Kennenlernen unserer Spinnen in nächster Umgebung
leisten, insbesondere zu ihrer Lebensweise, Verbreitung und wichtigen Rolle im Naturhaushalt.
Donnerstag, 17.12.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal des Schlosses PhilippsruheHaie, Saurier und Co
- Ein Süßwassersee bei Dreieich vor 290 Millionen Jahren
Unter diesem Titel zeigt Herr Wolfgang Ott eine reich
bebilderte Powerpoint-Präsentation eines ehemaligen
Sees, der sich einst in der Nähe des Dreieicher Ortsteils
Götzenhain gebildet hatte. Darin lebten unter anderem
Süßwasserhaie, urtümliche Knochenfische und
molchähnliche Klein-saurier. Wie ist die Landschaft
entstanden, wie waren die Umweltverhältnisse, welche
Funde sind dort geborgen worden und wie war die Nahrungskette zwischen den Tieren? Solche Fragen
sollen im Vortrag beantwortet und neue Forschungsergebnisse präsentiert werden. Die bei Götzenhain
ausgegrabenen Fossilien haben dazu geführt,dass sich diese Lokalität als eine der reichsten Fundstellen
von Wirbeltieren im so genannten „höheren Rotliegend“ Westdeutschlands (Perm, Erdaltertum)
herausgestellt hat. Zudem bringt der Offenbacher Referent, der auch Mitglied der Arbeitsgruppe
Palaeo-Geo e.V. ist, Fossilfunde zum Anschauen mit.