Öffnungszeiten



Mittwoch 15:00 - 17:00

Impressum

Wetterauische Gesellschaft für die gesamte Naturkunde zu Hanau, gegr. 1808, e.V.

Schloßplatz 2
63450 Hanau
Tel 06181-5089650
VR398
Email

Ansprechpartner:
Dr. Wolfgang Heinemann
Tel: 06181/31576
Fax: 06181/31576


Veranstaltungskalender 2009     Veranstaltungskalender 2010

Veranstaltungen - Übersicht


Bei einigen Veranstaltungen müssen wir die Teilnehmerzahl begrenzen. In diesen Fällen ist eine Voranmeldung und eventuell eine Vorauszahlung erforderlich, worauf wir gesondert hinweisen. Falls Sie Fragen zu unserem Programm haben, erreichen Sie uns mittwochs von 15 bis 17 Uhr unter der

Telefonnummer 06181-5089650 oder ständig unter
E-Mail: wetterauischegesellschaft@t-online.de.

Die Naturkundliche Arbeitsgemeinschaft trifft sich jeweils am dritten Dienstag im Monat in unserer Bibliothek in Hanau, Schloßplatz 2, Beginn 19 Uhr. Wir besprechen neue Entwicklungen in den Naturwissenschaften.

Die Teilnahme an unserer naturkundlichen Arbeitsgemeinschaft und an den Vorträgen ist kostenlos. Gäste sind stets willkommen. Wir weisen darauf hin, dass die Teilnahme an unseren Veranstaltungen auf eigene Gefahr geschieht.


Montag, 5.1.2009, 19:30 Uhr; Goldschmiedehaus

Orchideen in Hessen

 
Orchideen kennen wir alle; in Töpfen stehen sie auf Fensterbänken und in Blumengeschäften. Besondere Züchtungen kann man in den Schauhäusern botanischer Gärten bestaunen. Mit ihrer Farben- und Formenvielfalt erfreuen sie uns und prägen gleichzeitig das Bild der „typischen Orchidee“. Wer aber weiß, dass es in Hessen 38 Arten wildwachsender Orchideen gibt, deren Habitus sich jedoch häufig deutlich von dem tropischer Orchideen unterscheidet. Etliche von ihnen blühen nicht weit von uns entfernt in der Wetterau, am Rande des Kinzigtals, ja selbst in unmittelbarer Nähe von Hanau. Herr Karl- Hermann Heinz zeigt in einem Diavortrag die in Hessen vorkommenden Orchideen und erläutert, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sich diese streng geschützten Pflanzen überhaupt entwickeln können, und welcher „Tricks“ sich manche von ihnen für ihre Fortpflanzung bedienen.



Donnerstag, 29.1.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal im Schloß Philippsruhe

Die Regenwälder Mittelamerikas

 
Mit atemberaubendem Tempo werden die Mangroven und Tieflandregenwälder ebenso wie die Bergnebelwälder des mittelamerikanischen Landrückens abgeholzt. Sie gehören zu den artenreichsten Gebieten der Erde. Mit diesen Biotopen verschwinden viele Pflanzen und Tiere, bei denen man ein hohes Potential an medizinisch wirksamen Substanzen vermutet. In diesen Gebieten findet man auch die letzten Refugien der mittelamerikanischen Totenkopfaffen. „Samiri Wildlife“ versucht, in Kooperation mit Institutionen und unter Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung den Regenwald zu regenerieren. Herr Dr. Tapio Linderhaus bereist seit 6 Jahren regelmäßig Panama. In dieser Zeit sind die Bilder entstanden, die er bei diesem Vortrag zeigt. Ein Schwerpunkt seiner Arbeiten liegt auf dem Schutz und Erhalt der Totenkopfaffen.



Montag, 2.2.2009, 19:30 Uhr, Goldschmiedehaus

Leben an Gewässern

 
Wasser ist die Quelle des Lebens, alle Lebewesen sind auf Wasser angewiesen. Deshalb wundert es nicht, dass so viele Tier- und Pflanzenarten an Gewässern vorkommen. In diesem Vortrag zeigt uns Herr Manfred Sattler verschiedene Feuchtbiotope und ihre Lebewesen. Wie schlüpft eine Libelle, wo legen Molche ihre Eier ab und wie balzen Gelbbauchunken? Ringelnatter und Würfelnatter begegnen uns ebenso wie die Europäische Sumpfschildkröte, Nutria und Fischotter. In den für diese Biotope typischen Pflanzenarten lebt die Wasserralle, verschiedene Reiher, Enten, Watvögel, Rohrsänger und die Bartmeise. Auch der „fliegende Edelstein“, der Eisvogel, wird dargestellt.



Donnerstag, 19.2.2009, 19:30 Uhr, Remisensaal des Schlosses Philippsruhe

Pantanal – Naturparadies im Herzen Südamerikas

 
Das Pantanal im Herzen Südamerikas liegt zu seinem größten Teil in Brasilien, zu kleineren Teilen in Bolivien und Paraguay. Die Landschaft wird geprägt durch eine Regenzeit und eine Trockenzeit, die jeweils etwa 6 Monate dauern. Beide „Jahreszeiten“ haben für Biologen ihren speziellen Reiz. In der Regenzeit wird das Gebiet von der Größe der alten Bundesrepublik zur größten „Badewanne der Erde“, in der Trockenzeit ein Paradies für Tierfotografen. Herr Ulrich Eidam hat einen Teil des Pantanals zweimal zur Regenzeit und zweimal zur Trockenzeit bereist. Er vermittelt mit seinen Bildern einen Eindruck von der Reichhaltigkeit der Natur, besonders der Tierwelt. Er will bewusst machen, welche Naturschätze durch die Gefährdung dieses Gebietes in wenigen Jahren verloren gehen können.



Montag, 2.3.2009, 19:30 Uhr, Goldschmiedehaus

Namibia – Wunder der Natur

 
Herr Jürgen Eibich berichtet in seinem Vortrag von einer Reise durch Namibia. Von Windhoek, der in 1650 Meter Höhe liegenden Hauptstadt Namibias ausgehend, geht die Reise durch die Wüste Namib zur Atlantikküste nach Swakopmund und zum Cape Cross, wo sich in einem Naturreservat im Oktober und November bis zu 250000 Südafrikanische Seebären versammeln, um ihre Jungen zu gebären. Weiter geht es nordwärts durch das Dimaraland zu den Epupafällen und zu dem Volksstamm der Himbas, der hier nahe der Grenze zu Angola lebt. Die Etosha-Pfanne ist der wildreichste Naturpark Namibias. Es handelt sich um den Boden eines ehemaligen Sees, der seit etwa 30 Jahren eingezäunt ist. Hier findet man nicht nur fast alle in Südafrika vorkommenden Großtierarten; auch die außerordentlich reichhaltige Vogelwelt und die Flora mit ihren Flaschenbäumen ist interessant. Die Reise endet mit dem Besuch einer Station, auf der sich eine Familie ganz dem Schutz der Leoparden und Geparden widmet.



Donnerstag, 12.3.2009, 19:30 Uhr, Stadtbibliothek

Generalversammlung

Zur Generalversammlung werden die Mitglieder der Wetterauischen Gesellschaft mit gesonderter Post schriftlich eingeladen. Anschließend wird eine Bilddokumentation des Jubiläumsjahres vorgeführt.



Donnerstag, 26.3.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal des Schlosses Philippsruhe

Der atlantische Regenwald Brasiliens:

wie viel wird von ihm bleiben?

 
Entlang der brasilianischen Ostküste zieht sich über fast 3000 km der brasilianische Regenwald, die Mata Atlantica, hin. Mit einer geringen Breite, oft weniger als 100 km, beherbergt er vermutlich mehr Arten als der ungleich größere amazonische Regenwald. Aufgrund der hohen Anzahl von Arten und des hohen Endemitenanteils, also von Arten, die nur hier vorkommen, zählt die Mata Atlantica zu den weltweit ausgewiesenen 75 Regionen („hotspots“) mit überragend hoher Biodiversität. Zugleich ist die Küstenregion Brasiliens Wohnstätte von fast 70% der Bevölkerung und die Region, in der der Löwenanteil des Bruttoinlandproduktes Brasiliens erwirtschaftet wird. Der Wald mußte seit der portugiesischen Kolonisierung deshalb schrittweise weichen; bis in die achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts verlor er über 90% seiner ursprünglichen Flächenausdehnung. Heutzutage findet man nur noch Waldfragmente in eine Kulturlandschaft eingestreut, auf der seit einigen Jahren immer mehr gewinnbringendes Zuckerrohr für die Herstellung von Bio-Ethanol angebaut wird. Der Vortrag von Herrn Dr. Michael Schessl soll einen Einblick in die Vielgestaltigkeit des Regenwaldes geben, einige Pflanzenarten vorstellen und an ausgewählten Beispielen die Problematik der Waldfragmentierung beleuchten. Risiken und Chancen für den Erhalt der Restflächen sollen anhand eines aktuellen Forschungsprojektes auf einer prosperierenden Zuckerrohrplantage vorgestellt werden.



Sonntag, 26.4.2009

Wanderung im Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblauchsaue

 
Das Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue ist mit 2.370 Hektar das größte Naturschutzgebiet Hessens. Es unterteilt sich in die durch den Altrhein geteilten Bereiche Kühkopf und Knoblochsaue und wurde von der UNESCO mit dem Prädikat "Europareservat" ausgezeichnet. Der Kühkopf liegt in einer Schleife des 16 Kilometer langen Altrheins, der durch den Rheindurchstich 1828/29 geschaffen wurde. Das Areal dient dem Rhein als natürliches Auffangbecken, wenn dessen Pegel im Frühjahr ansteigt, und darf nur zu Fuß betreten oder mit dem Fahrrad befahren werden. Kraftfahrzeuge sind hier nicht erlaubt. Wir treffen uns am Sonntag, dem 26. April 2009 um 8 Uhr auf dem Parkplatz am Kühkopf bei Stockstadt. Von hier aus gehen wir über die Brücke und folgen einem Rundweg, der uns einen Eindruck verschafft von der Landschaft mit den Kopfweiden und den Auenwäldern. Stefan Wehr und Ilse Hoffmann erklären den Teilnehmern auf der vierstündigen Wanderung Vögel und Pflanzen. Anfahrt: über die B44 nach Stockstadt und der Beschilderung bis zum Parkplatz folgen (Rheinstraße).



Sonntag, 24.5.2009

Weinbergwanderung im Rheingau

 
Herr Heinz Kalheber führt von Lorch aus zur Ruine Nollig. Dort befindet sich das Gebiet mit der interessantesten Rosenflora des Rheingaus. Durch die Weinberge mit reicher Weinbergflora mit vielen Potentilla-Arten geht es nach Lorchhausen und in die Weinbergbrachen am Engweger Kopf, einem Naturschutzgebiet mit viel Diptam, Pechnelken und anderen Weinbergspezialisten. Wir treffen uns um 8:00 Uhr an der Bibliothek und fahren in Fahrgemeinschaften.



Dienstag, 16.6. bis Samstag, 20.6. 2009

Große Exkursion in die Niederlausitz

 
Die Niederlausitz ist ein Teil des Norddeutschen Tieflandes, ursprünglich angelegt im Mittelpleistozän vor etwa 150000 Jahren und in den nachfolgenden Zeiten des Jungpleistozäns und des Holozäns im Wesentlichen periglazial geformt. Die heutige Oberfläche des Gebietes erhielt ihr Gesicht dadurch, dass man in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts begann, in großen Tagebauen Braunkohle abzubauen. Wegen des hohen Schwefelanteils in der Braunkohle wurden inzwischen einige Tagebaue wieder geschlossen. Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe hat aufgelassene Flächen erwerben können, die heute renaturiert werden. Die Exkursion führt in dieses Gebiet, wo kundige Mitglieder des NABU die Führung übernehmen. Nähere Angaben erhalten Sie von unserer Geschäftsstelle. Wenn Sie uns Ihre E-Mailadresse nennen, können wir Ihnen das Informationsmaterial direkt zusenden. Zu dieser Exkursion ist frühzeitige Anmeldung unbedingt erforderlich.



Montag, 22.6.2009, 11:00 Uhr, Congress Park Hanau

China im Wandel Umwelt und Gesellschaft im 20. und 21. Jahrhundert.

 
Diese gemeinsam von der Wetterauischen Gesellschaft und der Karl-Rehbein-Schule durchgeführte Veranstaltung richtet sich vornehmlich an Schülerinnen und Schüler der Oberstufen der Hanauer Gymnasien, aber auch an alle anderen Interessenten. Anmeldungen von Gruppen (Klassen) bitte bis zum 1.6.2009 an das Sekretariat der Karl-Rehbein-Schule richten. Der Referent ist Herr Professor Dr. Hans-Rudolf Bork. China bestimmt wie kaum ein anderes Land unbemerkt heute unser Leben. Nicht nur viele Produkte, die wir täglich nutzen (Kleidung, Elektronikprodukte) stammen aus dem Reich der Mitte. Manche Elemente und Techniken des Daoismus haben in Deutschland Einzug gehalten. So sind heute viele Menschen mit Tai Chi oder Fend Shui vertraut. Andere nutzen daoistische Entspannungstechniken. Der Vortragende erläutert die Grundstrukturen des Natur- und Kulturraums China und der chinesischen Gesellschaft. Schwerpunkte bilden:
  • die Folgen der Ein-Kind-Politik, insbesondere das resultierende ungleiche Geschlechterverhältnis und seine Ursachen
  • die Bedeutung der Landnutzung
  • die Ursachen und Wirkungen der Disparitäten zwischen den Megastädten und den ländlichen Räumen
  • die dramatischen Folgen politischer Entscheidungen seit 1949 auf Gesellschaft und Umwelt sowie
  • die Bedeutung Chinas für die globale Wirtschafts- und Umweltentwicklung.



Montag, 22.6.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal des Schlosses Philippsruhe

China, 6000 Jahre Kultur- und Umweltgeschichte

ein Vortrag von Herrn Professor Hans-Rudolf Bork

 
Vor weit mehr als 6000 Jahren dehnten sich die ersten Gartenbaukulturen Ostasiens von den Tiefländern des Huang He und des Chang Jiang flussaufwärts aus. Auch stark erosionsgefährdete Bereiche des semiariden Lößplateaus wurden in Kultur genommen. Die fruchtbaren Böden wurden abgetragen, das Lößplateau tief zerschluchtet. Dann gelang den Bauern die Etablierung nachhaltiger Gartenbausysteme, die über 4500 Jahre erfolgreich praktiziert wurden. Mehr als zwei Jahrtausende, vom Beginn bis zum Ende der chinesischen Kaiserzeit prägten Konfuzianismus, Daoismus und Beständigkeit die chinesische Agrargesellschaft. Das Eindringen europäischer Mächte, der japanische Überfall, der innerchinesische Kampf der nationalistischen Guomindang gegen die Kommunisten wandelten in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zwar wiederholt das Herrschaftssystem und fügten den Menschen unvorstellbares Leid zu. Jedoch vermochten diese Einflüsse die traditionelle Lebensweise der Mehrheit der chinesischen Bevölkerung nicht zu zerstören. Selbst die Ausrufung der Volksrepublik durch Mao Zedong im Jahre 1949 brachte nicht die erwartbaren Veränderungen. Erst die Kampagnen der KP Chinas in den 1950er Jahren vernichteten die traditionellen Gesellschafts-, Wirtschafts- und Landnutzungssysteme. Das traditionelle Leben „im Einklang mit der Natur“ war beendet. Auf mehreren Hunderttausend Quadratkilometern wurden im Verlauf weniger Monate die Wälder vernichtet. Abflussbildung und Hochwasser, Gewässerverschmutzung und Bodenerosion bestimmen seitdem die Entwicklung. Der Vortrag stellt die Jahrtausende währende Kontinuität und den jüngsten gravierenden Wandel der Kultur und der Umwelt Chinas an zahlreichen eindrucksvollen Beispielen vor.



Samstag, 29.8.2009, 15 Uhr, Palmengarten

Giftpflanzen aus der Kriminalgeschichte

 
Schon aus dem frühen Altertum ist die Verwendung von Giftpflanzen zur Beseitigung mißliebiger Mitmenschen bekannt. Pflanzengifte waren am pontischen, pergamenischen und auch am alexandrinischen Hof offenbar Hilfsmittel „erfolgreicher“ Politik, die ganze Dynastien samt Freunden und Beratern dahinraffte. Attalus III. Philometor, letzter König von Pergamon, unterhielt einen eigenen Giftgarten, dessen Produkte er im Gemisch mit ungiftigen Früchten Besuchern auftischen ließ. Galenus berichtet in seinem „de antidotes“, dass Mithridates Eupator, der König von Pontos, die Toxizität von Pflanzen experimentell an Verbrechern testen ließ. Gifte wurden auch zur Vollstreckung der Todesstrafe benutzt, wie das bekannte Beispiel des Sokrates belegt. Frau Dr. Hilke Steinecke führt im Palmengarten zu Bäumen und Kräutern, deren tödliche Wirkung zu Morden genutzt wurden und die in die Kriminalgeschichte eingingen. Wir treffen uns um 14:40 Uhr am Eingang des Palmengartens, Siesmayerstraße.



Sonntag, 6. 9. 2009

Geologische Exkursion in der Umgebung des Klosters Engelthal

 
Diese von Herrn Professor Dr. Peter Prinz-Grimm geleitete Exkursion führt uns in das Grenzland zwischen Wetterau und Ronneburger Hügelland. Die bunte Mischung verschiedener Gesteinsarten bedingt das lebhafte Relief dieser reizvollen Landschaft und deren Nutzung in Wäldern, Weiden und Wiesen. In der Gesteinsabfolge treffen wir auf rote Sandsteine und Konglomerate des Rotliegenden, auf lockere graue Feinsande miozänen Alters, die anderen Orts extrem stabil durch Kieselsäure zementiert sind (Dicke Steine). Auf dem Hausberg des Klosters, dem Steinberg, können wir schließlich erkennen, dass die Sande und Sandsteine durch gewaltige basische Deckenergüsse als Ausläufer des Vogelsberg- vulkans überflossen wurden. Alle diese Gesteinsarten wurden als Baumaterial z.B. für das Kloster verwendet, wobei der Basalt aufgrund seiner leichten Gewinnbarkeit und seiner technischen Eigenschaften bevorzugt wurde. Im Anschluß an den geologischen Teil ist eine Besichtigung des Klostergartens vorgesehen. Das Mittagessen nehmen wir in einem Dorfgasthof ein. Anschließend besuchen wir das Benediktinerinnenkloster, wo wir auf Wunsch eine Führung haben und um 17Uhr an der Vesper teilnehmen können. Die Buch- und Kunsthandlung ist von 15:00 -16:40 Uhr geöffnet. Wir treffen uns um 8:00 Uhr an der Bibliothek der Gesellschaft und fahren in Fahrgemeinschaften.



Montag, 5. 10. 2009, 19:30 Uhr, Goldschmiedehaus

Philipp Franz von Siebold

 
Herr Constantin von Brandenstein-Zeppelin berichtet in seinem Vortrag von einem deutschen Arzt und Naturforscher, Mitglied der Wetterauischen Gesellschaft seit 1822, der Anfang des 19. Jahrhunderts als Arzt in holländischen Diensten in das noch völlig abgeschottete Japan kam und dort westliche Wissenschaften vermittelte. Er verfasste ein bis heute wegweisendes Werk über das „Alte Japan“ und legte umfangreiche Sammlungen aus Flora und Fauna Japans an. Er gilt als Wegbereiter der Öffnung und Modernisierung Japans. In Nagasaki wurde ihm 13 Jahre nach seinem Tod ein Gedenkstein errichtet.

„Unter den Gelehrten Europas gilt Siebold als wissenschaftlicher Entdecker Japans, und dieser Ruf ist wohlbegründet. Sein Name ist unsterblich durch seine große Tat, dass er das Edelste unseres Landes und Volkes erkannte und die Kunde davon den Nationen vermittelt hat“



Donnerstag, 15. 10. 2009, 19:30 Uhr, Roter Saal von Schloß Philippsruhe

Gesundheit aus der Natur?

 
In einer zunehmend technisierten Lebenswelt mit fremden Zusatzstoffen in alltäglichen Lebensmitteln finden pflanzliche Arzneimittel als natürliche Heilmittel in der Bevölkerung großen Anklang. Dabei wird gerne übersehen, dass auch bei den Heilkräften der Natur Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen sind.

Der Vortrag, gehalten von der Apothekerin Frau Dr. Irmgard van Rensen, stellt einheimische und eingebürgerte Gewürz- und Arzneipflanzen vor, macht die Zuhörer mit einigen Inhaltsstoffen wie ätherischen Ölen und Bitterstoffen bekannt und zeigt auf, wie man ihre Wirkungsweise erklärt. So wird deutlich, dass die Übergänge zwischen Gewürz- und Heilwirkung fließend sind und manche Pflanzen in beiden Kategorien wieder gefunden werden. Lavendelbüten, Ringelblumen oder Birkenblätter können selbst gesammelt und getrocknet werden. Bei anderen, z.B. Efeublättern sind industriell hergestellte Extrakte sinnvoll, weil potentiell allergene Inhaltsstoffe im Herstellungsprozeß entfernt werden. Zuletzt sollen einige altbekannte Heilpflanzen aufgrund neuerer Erkenntnisse gemieden werden, da sie wie die Osterluzei krebserzeugende Inhaltsstoffe enthalten.



Montag, 2.11.2009, 19:30 Uhr, Goldschmiedehaus

Die bildliche Darstellung des Standes der Technik im ausgehenden Mittelalter am Beispiel von Agricola und Löhneiß

 
Wegen Erkrankung des Referenten Dr. K. Grendel findet ein Ersatzvortrag statt. Am 2.11.2009 wird sich Dr. W. Heinemann um 19.30 Uhr im Deutschen Goldschmiedehaus folgendem Thema widmen:

Das Buch von Georgius Agricola: De re metallica von 1556 ist weltberühmt - nicht zuletzt wegen seiner Holzschnitte, die in einer bis dahin nie erreichten Detailgenauigkeit die Technik des ausgehenden Mittelalters darstellen. Ein knappes halbes Jahrhundert später folgt eine Beschreibung der Technik durch G.E. Löhneiß mit Kupferstichen. Diese bildliche Darstellung besticht vor allem durch die künstlerisch gestalteten Kupferstiche.



Donnerstag, 19.11.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal des Schlosses Philippsruhe

Sternenstaub im Labor

ein Vortrag von Herrn Dr. Peter Hoppe

 
Meteorite enthalten kleine Mengen von Hochtemperaturmineralien, deren Isotopenzusammensetzung sehr stark von denjenigen unseres Sonnensystems abweichen. Diese Minerale sind älter als unser Sonnensystem(„präsolarer Staub“) und sind in den Winden entwickelter Sterne (Rote Riesensterne) und im Auswurf von Supernova-Explosionen kondensiert. Der Sternenstaub kann aus den Meteoriten chemisch und physikalisch separiert werden und mittels spezifischer Analysenmethoden detailliert auf seine Isotopenzusammensetzung, Mineralogie und Struktur hin studiert werden. Die Möglichkeit, ein Stück Stern direkt im Labor zu untersuchen, hat der astronomischen Forschung neue Möglichkeiten eröffnet. So konnten die Laboranalysen an Sternenstaub wichtige Informationen zur stellaren Nukleosynthese (Entstehung der chemischen Elemente) und Evolution, zu Staubbildung in Sternatmosphären, zur chemischen Evolution unserer Milchstraße, zu chemischen Prozessen im interstellaren Raum sowie zur Zusammensetzung der Materie, aus der unser Sonnensystem vor 4,6 Milliarden Jahren entstanden ist, liefern. Sternenstaubminerale sind beispielsweise Siliciumcarbid, Graphit, Spinell und Korund. Ein wichtiges Werkzeug für die Untersuchung an Sternenstaub stellt die Sekundärionenmassenspektrometrie (SIMS) dar.



Montag, 7.12.2009, 19:30 Uhr, Goldschmiedehaus

Lauerjäger und Fadenweberinnen

Diavortrag von Herrn Joachim Steudel

 
Die allgemeine Abneigung gegenüber Spinnen ist uns Menschen leider scheinbar immer noch „angeboren“. Selbst spektakuläre Darbietungen von Vogelspinnenexperten in den Medien und hervorragende Literatur, die mit dem Unsinn der Gefährlichkeit von Spinnen aufräumen will, ändern nur wenig am Ansehen dieser Tiere. Vielleicht kann mit Hilfe der Forschung und Anwendung in der Medizin künftig das Bild der Seidenspender etwas positiver dargestellt werden. Fest steht zumindest, dass man im Mittelalter Spinnenfäden als Heilmittel für Wunden verwendete. Heute bestätigen Laborversuche, dass sich sogar geschädigte Nerven, die mit Spinnenfäden überbrückt werden, von selbst regenerieren können. Biotechniker stellen Spinnseide inzwischen synthetisch her, bauen den Spinnkanal nach. In Europa leben etwa 850 Arten; davon gehören etwa die Hälfte zu den sogenannten Zwergspinnen, die meistens nur Stecknadelkopf groß sind. Etwas unwissenschaftlich kann man Spinnen in die Radnetz bauenden und die frei umher laufenden Arten, also Fadenweberinnen und Lauerjäger einteilen. Der Vortrag soll mit Nah- und Makroaufnahmen einen Beitrag zum näheren Kennenlernen unserer Spinnen in nächster Umgebung leisten, insbesondere zu ihrer Lebensweise, Verbreitung und wichtigen Rolle im Naturhaushalt.



Donnerstag, 17.12.2009, 19:30 Uhr, Roter Saal des Schlosses Philippsruhe

Haie, Saurier und Co

- Ein Süßwassersee bei Dreieich vor 290 Millionen Jahren

 
Unter diesem Titel zeigt Herr Wolfgang Ott eine reich bebilderte Powerpoint-Präsentation eines ehemaligen Sees, der sich einst in der Nähe des Dreieicher Ortsteils Götzenhain gebildet hatte. Darin lebten unter anderem Süßwasserhaie, urtümliche Knochenfische und molchähnliche Klein-saurier. Wie ist die Landschaft entstanden, wie waren die Umweltverhältnisse, welche Funde sind dort geborgen worden und wie war die Nahrungskette zwischen den Tieren? Solche Fragen sollen im Vortrag beantwortet und neue Forschungsergebnisse präsentiert werden. Die bei Götzenhain ausgegrabenen Fossilien haben dazu geführt,dass sich diese Lokalität als eine der reichsten Fundstellen von Wirbeltieren im so genannten „höheren Rotliegend“ Westdeutschlands (Perm, Erdaltertum) herausgestellt hat. Zudem bringt der Offenbacher Referent, der auch Mitglied der Arbeitsgruppe Palaeo-Geo e.V. ist, Fossilfunde zum Anschauen mit.