Exkursion : Exkursion am 23.8.2009 nach Heimbuchenthal
Professor Hans-Rudolf Bork, Direktor des Ökologie-Zentrums der Universität Kiel führte am 23.8.2009 Interessenten zu der von ihm betreuten Grabung am Höllhammer in der Nähe von Heimbuchenthal im Spessart. Seit langem erforscht er die Auswirkungen der Jahrtausendflut von 1342, von der auch in Frankfurt und Seligenstadt die höchsten Hochwassermarken zeugen.
Ganz spannend ist schon die Vorgeschichte der Grabung. In einem Aschaffenburger Museum ist auf einem historischen Pfeifenkopf die Ritzzeichnung einer Turmburg zu sehen, an deren Existenz sich niemand erinnern konnte, als deren Standort aber das Elsava-Tal vermutet wurde. Bei der Untersuchung dieses Tals stieß man auf einen relativ großen Schwemmfächer.
Seine Erdmassen mussten aus einem Seitental stammen und hier abgelagert worden sein. Heute ist davon nur noch ein flacher Hügel übriggeblieben. Bei Bodensondierungen wurden Grundmauern gefunden, die Reste der vermuteten Burg. Zur Zeit werden dort archäologische Untersuchungen durchgeführt.
Am oberen Ende des einmündenden Tals sind heute Viehweiden, früher wurde die Fläche als Ackerland genutzt. Dort haben sich dolinenartige Vertiefungen von 2 – 3 Meter Tiefe und einem Durchmesser bis zu 1 Meter gebildet, die die Bauern inzwischen eingezäunt haben, damit ihre Tiere nicht hineinstürzen.
Für Forschungszwecke hat man quer zum Tal von einem Abhang zum anderen mehrere Gräben von etwa 1 Meter Breite und 3 Meter Tiefe ausgehoben. So sind die übereinandergelagerten Schichtfolgen deutlich zu erkennen. In unterschiedlichen Tiefen werden tunnelartige Röhren angeschnitten. Das sind Wasserläufe, die im Sommer trockenfallen. Sie sind die Ursache für die Einstürze , durch die die Trichter im Wiesengelände auch heute noch entstehen. In den für die Landwirtschaft nicht geeigneten Hanglagen war Waldwirtschaft mit Köhlerplätzen, von denen Holzkohlenreste zeugen, die im Anschnitt der Erkundungsgräben erkennbar sind.
Am Eingang der Ausgrabungsstätte ist eine Informationstafel angebracht. Die Gemeinde Heimbuchenthal, die die Ausgrabungen tatkräftig unterstützt, erhofft sich von den Forschungen den Besuch interessierter Gäste.
Textautor: Werner Engelhardt