Exkursion : Giftpflanzen aus der Kriminalgeschichte
Am 29.8.2009 machte die Wetterauische Gesellschaft einen Ausflug in die Kriminalgeschichte, natürlich mit naturwissenschaftlichem (botanischem) Hintergrund. Frau Dr. Hilke Steinecke führte 22 Teilnehmer durch den Palmengarten, zeigte uns die Giftpflanzen in natura und erzählte spannende und kurzweilige Begebnisse von der Antike bis zur Neuzeit über Giftmorde mit Samen, Stengeln, Blättern, Säften, Knollen und anderen Pflanzenteilen. Sie begann mit dem Schierlingsbecher des großen Sokrates. Die antiken Damen Medea, Circe und Agrippina sind als Giftmischerinnen in die Geschichte eingegangen.
Die meisten Menschen wissen nicht, wie viele der alltäglichen Pflanzen, die uns umgeben, in verschiedenen Teilen giftig sind, z.B Eibe, Engelstrompete, Christrose, Bilsenkraut, Muskatnuss, Safran, Tabak und noch viele andere. Die krause Petersilie wurde gezüchtet, um sie von der sehr giftigen Hundspetersilie unterscheiden zu können.
Natürlich gab es zu allen Zeiten auch Gegengifte und Methoden zur Entgiftung. König Mithridates VI. von Pontus (131 – 63 v. Chr.) „erfand“ Theriak. Es ist ein Bestandteil des heutigen Schwedenbitters. Dessen Rezept stammt aus dem 17. Jahrhundert von dem schwedischen Arzt Samst. Maria Treben hat es wiederentdeckt.
Vergiftungsopfer wurden an den Beinen kopfunter aufgehängt, damit das Gift aus Mund, Nasenlöchern und Augen austritt. Damit es schneller ging, wurde auch mal ein Auge ausgestochen.
Die Wetterauer und ihre Gäste erlebten einen überaus interessanten und lehrreichen Nachmittag. Zum Schluss bekam jeder eine im Palmengarten gereifte Banane geschenkt – unvergiftet!
Textautor: Hilde Weihs