Eine gemeinsame Veranstaltung von Wetterauischer Gesellschaft und Karl-Rehbein-Schule
Der Paul-Hindemith-Saal im Congress Park Hanau war am Vormittag des 22.6.2009 fast bis auf den letzten Platz besetzt. Die Schüler der Jahrgangsstufen 10 – 12 der Karl-Rehbein-Schule und ein Oberstufenkurs der Otto-Hahn-Schule waren gekommen, um den Vortrag „China im Wandel – Umwelt und Gesellschaft im 20. und 21. Jahrhundert“ von Herrn Professor Hans-Rudolf Bork, dem Direktor des Ökologie-Zentrums der Kieler Christian- Albrechts-Universität, zu hören. Herr Professor Bork, der seit 9 Jahren in China forscht, war auf Einladung der Wetterauischen Gesellschaft speziell für diese Veranstaltung nach Hanau gereist, um die Jugendlichen mit dem uns so fremden Land bekannt zu machen.
Er überraschte gleich zu Anfang mit der Aussage, dass der bei uns gebräuchliche Name „China“ gar nicht zutreffend sei. Die Chinesen bezeichnen ihr Land als das „Reich der Mitte“. Das war es auf Grund seiner kulturellen und wirtschaftlichen Bedeutung vor langer Zeit , und das wird es nach Professor Borks Überzeugung in Zukunft auch wieder werden. Damit Deutschland nicht in völliger wirtschaftlicher Bedeutungslosigkeit versinkt, müssten Bildung und Ausbildung einen viel höheren Stellenwert als bisher bekommen. In China kenne der Lerneifer der Kinder und Jugendlichen keine Grenzen. Ausführlich stellte Herr Professor Bork die großen Unterschiede dar, die in jeglicher Beziehung zwischen Deutschen und Chinesen bestehen. Auch den falschen Vorstellungen, die die Bewohner beider Länder voneinander haben, widmete er sich. Breiten Raum nahm in seiner Darstellung der sogenannte „Große Sprung nach vorn“ ein, die Umorganisation der gesamten chinesischen Landwirtschaft 1958. Von heute auf morgen wurde die jahrtausendealte Tradition kleinbäuerlicher Bewirtschaftung zwangsweise beendet. Riesige „Volkskommunen“ wurden eingerichtet. Das führte 1959 zur größten Hungersnot der Menschheit, der 45 bis 60 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Ihre wahren Gründe wurden im Westen nicht bekannt, denn kritiklos wurde die Erklärung der chinesischen Propaganda übernommen. Seit 1958 leidet China unter sehr starken Umweltbelastungen, die immer wieder schwere Umweltkatastrophen
hervorrufen.
Aufmerksam folgten die Schüler dem anschaulichen Vortrag von Herrn Professor Bork. Von ihrem Interesse an dem Thema zeugten die anschließenden Fragen.
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Textautor: Edda Rose